Vor der Gründung


vlnr.: stehend: Walter Erich, Erhart Josef, Ammann Paul, Ammann Pepi, Pfefferkorn Werner, Gassner Hermann;
sitzend: Eller Kurt, Matt Rudi, Walter Ernst, Walter Otto, Vonbrül Erwin;

Der Fußball in Ludesch blickt schon weit über eine jahrzehntelange Tradition zurück. Viele Jugendliche und Freunde des runden Leders spielten in den Fußballclubs in Thüringen, Nüziders oder Bludenz. Dabei gibt es zu berichten, dass in den Nachwuchsmannschaften dieser Vereine oftmals mehr Ludescher spielten als Einheimische. Neben der aktiven Tätigkeit bekleideten Fußballbegeisterte aus unserem Orte des öfteren wichtige Vereinsfunktionen und beeinflussten damit natürlich das fußballerische Geschehen in unserer Nachbarschaft sehr entscheidend. Mit den Überlegungen und dem Beginn des Sportplatzbaues auf der  Allmein  ging ein lang gehegter Wunsch der Ludescher Fußballer, endlich einen Sportplatz zu bekommen in Erfüllung. - Schon Jahre zuvor waren auf diesem Fleck  heiße Partien der Jugendlichen aus  Barx Brärsch  und  Unterfeld  untereinander gespielt worden. - Der Gründung eines Fußballclub stand nichts mehr im Wege.

Die Gründung des SV Ludesch


vlnr.: Wilhelm Vonbrül jun., Paul Ammann, Rudolf Burtscher, Adolf Anschober

Der SV Ludesch wurde im  April 1971 gegründet. Die Gründungsversammlung wählte  Rudolf Burtscher  zum ersten Obmann. Seine große Erfahrung als bewährter Vereinsfunktionär, er war jahrelang Obmann des   WSV Ludesch , sein großer Einsatz und die Verbundenheit zu seinem Lebenswerk, dem Sportplatz, waren für die ersten Vereinsjahre sehr wertvoll. Zu den Gründungsmitglieder zählten: von links nach rechts Wilhelm Vonbrül jun., Paul Ammann, Burtscher Rudolf und Adolf Anschober. Obmann Rudolf Burtscher vertrat bei den der Gründung vorausgegangenen Verhandlungen mit dem Vereinsvorstand des FC Thüringen / Blumenegg die Interessen von Ludesch. In mehreren Gesprächen wurden die Möglichkeiten eines Großklubs  FC Blumenegg  sondiert. Am 2. Juni 1971 traf sich der 1.Vereinsvorstand bestehend aus, Obmann Rudolf Burtscher, Obmann-Stellvertreter Willi Vonbrül jun., Schriftführer Adolf Anschober, Trainer Paul Ammann, Platz-  und   Zeugwart Karl Hämmerle und Beirat Helmut Gaßner , zu seiner ersten Ausschusssitzung. Vorausgegangen waren die Genehmigung der Vereinsstatuten durch die BH Bludenz am 25.4.71 und die Aufnahme in den VFV (Vorarlberger Fußballverband), vorerst als Schutzverein am 25.Mai 1971.

Am 1. Juli 1971 wurde der Vereinsausschuß in einer zweiten Ausschuß-Sitzung erweitert. Dabei stießen die Sportfreunde  Ludwig Erhart, Josef Erhart  und Werner Burtscher  zum SV Ludesch. Als Vereinsfarben wurden  blau-weiss  gewählt.

Die weitere Entwicklung stand in engem Zusammenhang mit großen Ereignissen und Spielen auf dem Sportplatz, dabei sollte sich bestätigen, dass die große Zahl von Befürwortern dieser Sportanlage und der Vereinsgründung recht behalten sollten. Das große Bundeslager der österreichischen Pfadfinder war die erste von mehreren Bewährungsproben, die glänzend bestanden wurden.

 

Mit der Klubgründung verstärkte sich das "Fußballfieber"

In den ersten Jahren des Vereines war ein enormer Zustrom von Fußballbegeisterten zu registrieren. Dieser Umstand äußerte sich in einer wahren Gründungswelle von Mannschaften. In den ersten fünf Jahren meldete der SV Ludesch sechs Mannschaften beim VFV an: Knaben, Schüler, Jugend, Junioren, Reserve und 1. Mannschaft.
Doch zurück zum Anfang. Währen der Übertrittszeit 1971 wurden acht Schülerspieler von Ludesch, die in Thüringen gemeldet waren, beim VFV angemeldet. Dann kam mit der  Sportplatzeröffnung am 15. August 1971  der  "große Tag" der Ludescher Fußballjugend. Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten traten die Ludescher Schüler gegen Stolz Rätia Bludenz an. Sie verloren 2:4 (1:3). Im Hauptspiel traten der FC Thüringen und Stolz Rätia Bludenz aufeinander, das die Rätia mit 1:0 für sich entschieden. Die Presse meldete 500 Zuschauer und die Superform von Torhüter Ernst Walter , sowie den einzigen Torschützen, Neuerwerbung Viktor Burtscher.
Dem sportlichen Höhepunkt war die Eröffnungsfestlichkeit mit einer Feldmesse, zelebriert von Hw. H. Pfarrer Richard Schoder und der Festrede von Bürgermeister Hubert Ammann vorausgegangen.


vlnr: stehend: Hartmann Günther, Wohlgenannt Martin, Metzler Franz, Stroppa Lothar, Hartmann Martin, Neßler Ewald, ?;
sitzend: Vinzenz Günther, Schatzer Manfred, Burtscher Reinhard, Walser Roman (?), Küng Günther, Neßler Siegfried, Galehr Gebhard

Im ersten Meisterschaftsjahr beteiligte sich der SV Ludesch mit einer Schülermannschaft am VFV-Bewerb 1971/72 und belegte den 5.Tabellenrang von 10 Mannschaften. Der erste Torschützenkönig hieß  Franz Metzler  mit 37 Treffern. Ein weiterer sportlicher Höhepunkt des SV Ludesch bildete die Ausrichtung der Länderspiele der VFV A- und B-Juniorenauswahl gegen Tirol am 10. Oktober 1971 in Ludesch.

In diesem ersten Meisterschaftsjahr bestätigte der überaus große Zulauf der fußballinteressierten Jugend (Trainingshöchstbesuch 48. Spieler), dass hier ein sehr großer Nachholbedarf zu bewältigen war.

 

 

1.Schülerturnier am 22. Mai 1972

Das große Interesse der Ludescher Fußballjugend wurde durch die Ausrichtung des 1.Schülerturnieres verstärkt, und die Vereinsleitung unterstrich damit, daß die Nachwuchsförderung vorrangiges Ziel ist. Es nahmen Mannschaften aus Thüringen, Rankweil, Bludenz, Nenzing und Lustenau neben dem SV Ludesch als Gastgeber teil. Erstmals traten zwei Knabenmannschaften des SV Ludesch in einem Repräsentationsspiel während des Turniers zur hellen Freude der vielen Besucher gegeneinander an. Das Schülerturnier wurde in den folgenden Jahren auch mit internationaler Beteiligung durchgeführt.

Nach Ende der 1.Meisterschaft des SV Ludesch waren die letzen Vorbereitungen zur Gründung der ersten Juniorenmannschaft schon abgeschlossen. Zu den altersbedingt ausscheidenden Schülern stießen fünf Ludescher Jugendspieler, die bis dato in Thüringen spielten. Das Training der beiden Mannschaften, Schüler und Junioren, lag in den Händen von  Karl Moosbruger  und  Paul Ammann . Neben der laufenden Meisterschaft lag der fußballerische Höhepunkt im Vereinsjahr 1972/73 in der Austragung der Nachwuchsländerspiele Vorarlberg gegen Burgenland am 26.10.72. Dabei wirkte in den Reihen der Vorarlberger mit  Franz Metzler , der erste Ludescher Nachwuchsauswahlspieler, erfolgreich mit. Franz trug zum 3:2 Sieg der Ländle-Auswahl maßgeblich bei. Diese Nachwuchsländerspiele waren der Ausklang einer Reihe überaus hochinteressanter Spiele auf dem  Allmein-Rasen.

Wegen Renovierungsarbeiten an der Fohrenburganlage gastierte die damals attraktive Seewa  Rätia Bludenz in Ludesch und löste einen echten Zuschauerstrom aus. So berichtete die Presse, dass das VFV-Cupspiel Seewa Rätia Bludenz gegen Blum FC Höchst ca. 2000 Zuschauer angezogen habe. Damals herrschte richtiges Fußballfieber im Walgau und natürlich auch in Ludesch. Die Bludenzer absolvierten im Sommer 1972 vier Begegnungen auf der  Allmein, gegen Buchs, St.Gallen, Höchst und Hall. Am 13.2.1973 nach stundenlanger Schneeräumung auf dem Fußballplatz gastierte mit  Honved Budapest  internationaler Fußball bei uns. Die Magyaren kreuzten dabei mit zahlreichen Nationalspielern auf. Die organisatorische Arbeit rund um all den riesengroßen Umtrieb lag in den bewährten Händen des SV-Vorstandes.

Für die bevorstehende Saison 1973/74 wurde dem großen Zuspruch der Jugend und ganz im Sinne der Zielsetzung des Vereinsvorstandes mit der Anmeldung einer Jugendmannschaft Rechnung getragen. Der SV Ludesch beteiligte sich damit mit drei Teams (Schüler, Jugend und Junioren) an der VFV-Meisterschaft. Die sportliche Betreuung der Jugendmannschaft übernahm  Walter Schatzer .

 

1974:Gründung der 1. Kampfmannschaft

Die folgenden zwei Jahre 1974 und 1975 ließ die Begeisterung und der große Einsatz aller Funktionäre und Spieler in den Reihen des SV Ludesch nichts zu wünschen übrig und verstärkte sich noch. Mit der Gründung der Kampfmannschaft, vorwiegend mit all den großen  " Stars", die in den Nachbarclubs sich einen Namen gemacht hatten, und der Beteiligung am VFV-Meisterschaftsbewerb war der SV Ludesch  etabliert Andy Huber  übernahm die sportliche Leitung und sein Team machte eine sehr gute Figur in den Meisterschaftsspielen, unter denen auch echte Derbys waren.

Am 4. Jänner 1975 betätigten sich die Fußballer auch im Wintersport. Das   1.Vereinsrennen lief über die Bofelhänge. Ebenfalls 1975 beteiligte sich erstmals eine Knabenmannschaft unter Leitung von Trainer  Hartwig Töpfe r am Meistersschaftsbewerb.

vlnr.: stehend: Ammann Paul, Sparr Jakob, Burtscher Josef, Berchtold Wolfgang, Burtscher Reinhard, Laggner Othmar, Küng Günther, Töpfer Hartwig, Schatzer Walter;
sitzend: Wohlgenannt Martin, Hartman Günther, Wohlgenannt Walter, Burtscher Franz, Riem Albert, Metzler Franz

Eine vierjährige Aufbauphase des SV Ludesch wurde mit dem Gewinn des  Meistertitels  in der Gruppe W algau-Junioren  erfolgreich abgeschlossen. Es war ein dramatisches Finish. Nachdem die Junioren vor eigener Anlage gegen die schärfsten Rivalen, den SK Bürs, mit 1:3 das Nachsehen hatten, gelang ihnen in den letzten beiden Spielen zwei Siege und durch einen Umfaller der Bürser der Sieg in der Meisterschaft. Das letzte Spiel beim SV Satteins endete mit einem 8:2 Kantersieg und einem großen Fest. Die Junioren unternahmen dank sehr großer Unterstützung der Gemeinde und vieler Gönner einen Ausflug nach Niederösterreich, den Clubmitglied Walter Schatzer organisierte. Dabei gab es in drei Spielen zwei Siege und eine Niederlage.

Mit dem Gewinn des Meistertitels galt es für den SV- Vorstand mit Obmann  Hugo Hepberger , eine nicht leichte Entscheidung zu treffen. Aufstieg der Junioren in die höchste Liga des Landes oder Einbau und Verjüngung der  1.Mannschaft . Der Vorstand entschied sich für die zweite Möglichkeit und dies sollte sich als die richtige Entscheidung erweisen.

Die neu formierte Mannschaft unter Trainer  Paul Ammann  spielte von Beginn der Meisterschaft  1975 / 76  immer vorne mit und war nach Ende der Herbst Meisterschaft mit dem zweiten Tabellenrang echter Aufstiegsanwärter. In der Frühjahrssaison kamen am Anfang kleine Rückschläge, doch mit einem großartigen Endspurt - die letzten sechs Spiele wurden alle gewonnen - war der  Aufstieg  in die  2.Liga  geschafft.

Auch die  2. Mannschaft  konnte zu dieser Zeit noch mit erfreulichen Hochform aufwarten. Sie wurde Herbstmeister 1975, konnte aber diese ausgezeichnete Form über den Winter nicht retten, sorgte aber mit einem guten Mittelfeldplatz für einen tollen Meisterschaftsstart der  "Resi".

In das Vereinsjahr 1974 / 75 fällt auch die Ausrichtung des  1.Ortsvereineturnieres  in Ludesch.

Mit dem Aufstieg in die 2. Liga trat eine gewisse Stabilisation der sportlichen Entwicklung des SV Ludesch ein. Im folgenden Meisterschaftsjahr platzierte sich die Mannschaft im unteren Drittel des Mittelfeldes. Dieser Faktor muß aber doch als ansehnliche Leistung angesehen werden, da mit wenigen Ausnahmen die meisten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die 1. Mannschaft eingebaut wurden.

 

Großer Erfolg im VFV- Cup

Für Schlagzeilen sorgte die 1. Mannschaft im  VFV- Cupbewerb 1976/ 77 . Die junge und ambitionierte Mannschaft spielte sich ohne große Belastung bis ins  Cupfinale  vor. Dabei besiegte die Elf so renommierte Vereine wie den VFB Hohenems ( 4:3 n.V.) und RW Rankweil (1:0).

vlnr.: stehend: Ammann Erich, Schatzer Manfred, Berchtold Wolfgang, Erhart Ludwig, Metzler Toni, Burtscher Winfried, Bernardi Friedl, Ammann Paul;
sitzend: Hartmann Günther, Töpfer Hartwig, Metzler Franz, Walter Ernst, Metzler Martin, Burtscher Reinhard, Wohlgenannt Martin

Im Finale in Bürs - trotz großem Einsatz und zähen Verhandlungen unter Obmann  Ernst Matt , beharrte unser Gegner  Rätia Bludenz  auf einem neutralen Platz zu spielen - ließ uns unser Anhang nicht im Stich und stand auch noch auf der Seite unserer Mannschaft, als das Spiel schon längst gelaufen war. Die Rätianer siegten überlegen mit 10:0.

Durch den Einzug ins Cupfinale erwarben wir uns die Teilnahme am  ÖFB-Cup . Neben dem SV Ludesch vertraten den VFV noch Casino Bregenz, FC Dornbirn, Austria Lustenau und Rätia Bludenz in diesem Bewerb. Wir waren also als unterklassiger Verein in sportlich renomiertem Kreise.
Der erste Gegner war der traditionelle Salzburger Club SAK . In einem kampfbetonten Spiel verloren wir mit 0:3 auf eigener Anlage, machten aber streckenweise eine gute Figur und konnten unter anderem einen Elfmeter nicht verwerten.
Das Jahr 1977 schloß mit einem gesellschaftlichen Höhepunkt in Ludesch, veranstaltet vom SV Ludesch der 1.Silvesterball  in der Blumenegghalle, dem andere noch folgten.


vlnr.: stehend: Ammann Paul, Bitsche "Füdi" Eugen, Erhart Ludwig, Konzett Helmut, Wohlgenannt Martin, Schatzrt Manfred, Metzler Toni, Müller Robert, Töpfer Hartwig;
sitzend: Burtscher Winfried, Berchtold Wolfgang, Riem Albert, Walter Ernst, Metzler Martin

In den folgenden Jahren trat im Ludescher Fußball eine gewisse sportliche Ernüchterung ein, während die wirtschaftliche Situation des Vereins als sehr gut bezeichnet werden konnte.  Manfred Lackner übernahm das Training der 1.Kampfmannschaft für die Saison 1978 / 79 und erreichte den Verbleib in der 2. Liga. Unter Trainer Hermann Bösch gelang in der Herbstmeisterschaft 1979 eine sportlich nicht erwartete Steigerung, die sich mit der zeitweisen Tabellenführung in der 2. Liga äußerte. Gleichzeitig wurde auch in diesen Jahren die Nachwuchsförderung nicht aus den Augen gelassen und im Jubiläumsjahr 1981 beteiligt sich der SV mit einer stark verjüngten Mannschaft am Meisterschaftsbewerb unter Leitung von  Ludwig Erhart.

 

 

1150 Jahre St. Martinskirche

1980 gab es eine große Anzahl von Festlichkeiten in unserer Gemeinde. Dabei trug der SV Ludesch mit zwei Veranstaltungen dem  Jubiläumsvolksmarsch  in Zusammenarbeit mit dem WSV Ludesch und das  Jubiläums-Ortsvereineturnier den sportlichen Teil bei.